Hey, halte mal an. Ich muss dringend Pippi. Mal wieder!

Sehr gut, da ist ein Haus, da darf ich bestimmt mal auf die Toilette. Auf keinen Fall gehe ich nochmals auf so ein ekelhaftes Dixxi-Klo.

Ich klingele einfach und frage.
Wie cool ist das denn, dass mich die Leute gleich so freundlich rein bitten und mich ihre Toilette nutzen lassen. Undenkbar, dass wir bei uns zuhause jemanden der an der Tür klingelt die Toilette anbieten würden. Unsere Haushälterin würde der Person empört die Tür vor der Nase zuschlagen und in ihrem spanischen Temperament lautstark vor sich hin schimpfen.

Puh! Gerade noch geschafft. Zum Kleid ausziehen hat es nicht mehr gereicht. Jetzt weiß ich aber wie es ist, wie ein Mann im Stehen zu pinkeln. Ich bin aber schon  froh, wenn ich wieder Jeans tragen kann.

Ach schau an, die Jungs haben sogar ein Bier bekommen und lassen es sich in der Abendsonne gut gehen. Dann kann ich mich hier auf dem Hof noch etwas umschauen und das letzte mal Landluft schnuppern, bevor mich die Zivilisation wieder vereinnahmt.

Puh, was riecht denn hier so streng? Ich glaub’s nicht, hier gibt es ja Ferkelchen.

Ich setze mich einfach hier ins Stroh und schaue den Süßen etwas zu. Die scheinen ja mächtig Spaß zu haben.

Schon als Kind wollte ich immer so ein Ferkel. Mein eigenes kleines Glücksschweinchen. Aber ich durfte ja nicht einmal einen Hamster haben. Irgendwie hatte ich doch eine echt traurige Kindheit.

Ja wer bist du denn?

Dir scheint wohl mein Kleid zu gefallen. Oder fühlst du dich einfach nur bei mir wohl, weil ich genau so stinke wie du? Am liebsten würde ich dich ja mit nach Hause nehmen.

Aber das geht leider nicht mein kleiner Freund. Mach’s gut du süßes Ferkelchen. Du brauchst natürlich noch deine Mama. Die hätte ich auch gebraucht, als ich noch so klein wie du war. Für sie waren aber oft immer andere Dinge wichtiger. Und die letzten Jahre hat sie sowieso die meiste Zeit mit Jacky (Jack Daniels) verbracht. 

Na ja. Weiter gehts. Die letzten Kilometer mit meinen Harley-Jungs nach Freiburg. Ich brauche von den Jungs noch die Telefonnummern. Ich will unbedingt wieder mal mit ihnen losziehen.  So richtig im Lederoutfit. Paps wird der Schlag treffen. 

Nun aber erst mal zurück in mein geordnetes, oder wohl eher spießiges Leben. Und zurück zu meinen Mädels. Aber irgendwie graut es mir auch auch davor. Dieser belanglose Tratsch und Klatsch, den man beim Friseur aufgeschnappt hat. Eigentlich gehen wir ja sowieso nur deshalb zum „Spitzen schneiden“.

Apropos Friseur, ich brauche ganz dringend eine Veränderung!