Und los geht´s Jungs. Ich möchte noch etwas Freiheit spüren! 

Noch immer habe ich nicht wirklich Ahnung, was bei meiner Trauung passiert ist. Verfluchter Alkohol. 

Ich kann mich zwar wieder darin erinnern, dass ich sehr betrunken war und auf der Hochzeitsfeier mit Andy getanzt habe. Andy, der Sohn von Paps´ Geschäftspartner. Auch so einer, der alles in seinen werten Arsch geschoben kriegt. So wie ich halt. Und was ist der Preis für diesen Rundumservice? Wir müssen so funktionieren, wie es andere von uns erwarten. 

Aber Andy ist wenigstens charmant und nicht so ein überheblicher Möchtegern wie die anderen Jungs die ich sonst noch so kenne. Und er sieht auch noch verdammt gut aus. Und er tanzt Salsa, wie man Salsa eben tanzen muss. Innig. Und genau so haben wir wohl auch getanzt. Ich glaube das war der Riesenaufreger. 

Aber wenn ich mich an die Feier erinnere, dann muss ich Ferdie wohl auch geheiratet haben, oder? Und wo ist verdammt noch mal dann mein Ring abgeblieben? Das wird wohl der nächste Aufreger, wenn ich wieder zuhause ankomme. Aber was mache ich mir jetzt schon einen Kopf darüber? Erstmal noch etwas Freiheit genießen. YES! 

Hey, cool so durch die Rebberge zu cruisen. Aber was machen denn die ganzen Leute da? 

„Horst lass uns mal anhalten! 

Ich frage, ob ich ein paar Trauben naschen darf. Ich kenne Obst ja nur von der Obstschale in unserer Küche. Wie traurig eigentlich so aufzuwachsen. Immer alles auf dem silbernen Tablett geliefert zu bekommen.  

„HALLO! Dürfte ich mal von den Trauben probieren?“

„Ja klar.“ 

„Oh, vielen Dank. Hm, sehr sehr lecker.“

„Wenn du magst kannst du uns gerne beim Herbsten helfen. Schnapp dir eine Rebschere und dann gehts los.“ 

„Ihr müsst mir aber erklären wie das geht.“ 

„Keine Sorge, das ist einfach.“

Aber ich will natürlich auch mal auf dem Traktor mitfahren! 

Und jetzt mal den großen Gang rein, mein Freund! YEAHH!“ 

 „Magst du dir auch mal den Weinkeller anschauen? Ich kann dir bei einem Gläschen Wein gerne mal erklären, wie der Wein entsteht!“

„Oh ja, sehr gerne.“ 

„Jungs, dann trennt sich hier leider unser Weg. Schön, euch kennen gelernt zu haben. Und ganz vielen Dank für das coole Motorrad-Erlebnis. Ich melde mich. Versprochen. Macht’s gut!“

 

WOW, sehr beeindruckend. So viele Fässer! 

Und das ist überall Wein drin?

„Noch nicht, aber das wird sich bald ändern!“ „Verstehe.“

Hallllllooooooooo!

Oh, man wie kindisch. Paps und Mum würden mal wieder die Augen rollen, was so viel heißen würde wie „Benimm Dich mal wie es sich für eine gut erzogenen von Herwagen gehört“! Aber sie sind ja nicht da. Und das ist auch gut so. 

Zum Wohl! 

„Zum Wohl und lieben Dank für die nette Weinkeller-Führung.“ 

Und weiter geht’s. Gut, dass ich noch etwas Wegzehrung bekommen habe.